Deutscher Boxer Impfungen – Was muss ich wirklich impfen lassen?


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Soll ich meinen Hund impfen lassen oder lieber nicht?


Viele Halter stellen sich diese Frage und stehen Impfungen mittlerweile kritisch gegenüber. Davon zeugt auch der Rückgang der Impfrate in Deutschland, die in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken ist. Nur noch rund die Hälfte aller Vierbeiner ist ausreichend gegen die gängigsten Hundekrankheiten geschützt. Dabei benötigt es mindestens 70%, um von einem “Herdenschutz” zu sprechen.

Wäre diese Anzahl an Vierbeinern geimpft, so wären die übrigen ungeimpften Tiere automatisch mit geschützt. Welpen können beispielsweise erst ab einem bestimmten Alter eine Injektion erhalten und sind möglichen Krankheitserregern darum zunächst schutzlos ausgeliefert. Auch kranke und alte Hunde stecken sich schneller an. Natürlich wären ebenso all jene Hunde mit abgesichert, die impffaulen Besitzern oder gar Impfgegnern gehören.

Deutscher Boxer Impfungen
Ist es nötig meinen Deutschen Boxer zu impfen? JA!

Es gibt zahlreiche Schreckgeschichten über Impfschäden, Nebenwirkungen und sogar den Tod von Tieren. Dies verunsichert viele Halter zusätzlich und von einer Impfung wird darum häufig abgesehen. Völlig zu unrecht. Alle in Deutschland zugelassenen Impfstoffe sind seit Jahrzehnten im Einsatz, haben sich bewährt und sind gut verträglich.

Natürlich können Nebenwirkungen auftreten, dieses Potenzial besteht bei jedem Medikament. Selbst eine simple Kopfschmerztablette, die Sie hin und wieder einnehmen, hat gleich eine ganze Reihe von möglichen Risiken. Allerdings kommt es extrem selten zu ungewollten Begleiterscheinungen. Genauso ist es mit Impfstoffen.


Ist es möglich, durch Impfen die Lebenserwartung meines Deutschen Boxers zu verlängern?

Ja durchaus. Immerhin kann nur ein gesunder Hund eine schöne Lebensspanne erreichen und Impfungen helfen dabei, den Boxer bei bester Gesundheit zu erhalten. Schließlich ist eine Ansteckung mit gefährlichen Bakterien und Viren oft leider sehr einfach und fast überall möglich. Die Übertragungswege sind denkbar simpel. Schnüffelt Ihr Vierbeiner beispielsweise am Kot anderer Tiere oder trinkt im Sommer gern aus Pfützen, so ist er schon gefährdet.

Ist der Boxer nun nicht geimpft, so kann er sich demnach leicht anstecken. Viele Krankheiten, die präventiv durch Impfstoffe zu verhindern sind, gehen mit viel Leid und Schmerzen einher. Bei jungen oder sehr alten Tieren bleibt eine Therapie oft sogar erfolglos und sie sterben an den Folgen der Erkrankung. Hinzu kommt, dass die Behandlung oft hohe Tierarztrechnungen nach sich zieht und langwierig sein kann.

Schlimmer noch. Hat sich ein Hund infiziert, so dauert es oft eine Weile, bis er anfängt, Symptome zu zeigen. In dieser Zeit ist er allerdings oft selbst bereits ansteckend und gefährdet weitere Tiere, ohne dass Sie als Besitzer auch nur eine Ahnung davon haben. Ein weiterer Grund also, warum Nichtimpfen risikoreich ist.

Nur eine Impfung schützt Ihren Boxer und andere Vierbeiner zuverlässig vor gefährlichen Erregern und sogar teils tödlichen Krankheiten. Das Risiko von Schäden, Komplikationen und Schmerzen durch eine Infektion ist weitaus größer, als die Nebenwirkungen der Impfung. Dadurch verlängern Sie die Lebenserwartung Ihres Boxers wenn Sie Ihren Hund impfen lassen.


Gegen was muss ich meinen Deutschen Boxer impfen lassen?

Im Prinzip gegen gar nichts, wenn Sie dies nicht möchten. In Deutschland gibt es weder für Tiere, noch für Menschen eine Impfpflicht. Ob und gegen was Sie Ihren Boxer demnach impfen lassen, liegt allein in Ihrem Ermessen. Bedenken Sie jedoch, dass Sie Ihrem Vierbeiner viel Leid und Qualen ersparen können, wenn Sie ihn regelmäßig beim Tierarzt pieksen lassen. Außerdem liegen die Kosten für solch einen Nadelstich alle paar Jahre deutlich unter den Behandlungskosten, die eine der Krankheiten nach sich ziehen würde.

Gegen was muss ich den Boxer impfen lassen?
Deutschen Boxer impfen: welche Impfungen sind absolut nötig? Wie oft muss muss eine Auffrischungsimpfung erfolgen?

Die Ständige Impfkommission Vet. gibt Empfehlungen heraus, gegen welche Krankheiten eigentlich jeder Hund geschützt sein sollte. Sie legt allen Haltern diese besonders wichtigen Impfungen ans Herz, damit Epidemien vermieden werden und eine Ansteckung bei hoher Impfrate mehr als unwahrscheinlich wird. Die absolut empfohlenen Impfungen werden dabei als Core-Impfungen oder Core-Komponenten beschrieben. Dazu zählen:

  • Staupe
  • Tollwut
  • Hepatitis Contagiosa Canis (HCC)
  • Leptospirose
  • Parvovirose

Weitere Impfungen werden nur für Hunde aus besonderen Risikogruppen empfohlen und als Non-Core-Komponenten bezeichnet. Dabei kann Ihr Tierarzt Sie eingehend beraten und einen individuellen Impfplan speziell auf Ihren Boxer zuschneiden. Falls Sie mit Ihrem Hund beispielsweise auf Ausstellungen gehen, aktiv am Hundesport teilnehmen (Wettkämpfe) oder der Boxer sonst wie viel Kontakt zu Artgenossen hat, können weitere Impfungen angeraten sein. Ebenso, falls Sie in einem Landstrich wohnen, wo sehr viele Zecken vorkommen (Borreliose!) oder Sie vorhaben, mit Ihrem Deutschen Boxer zu züchten. Zu diesen Non-Core-Impfungen gehören:

  • Borreliose
  • Zwingerhusten
  • Coronavirus
  • Herpesvirus

Die “Pflicht”-Impfungen für den Deutschen Boxer im Porträt

Core Impfung: Tollwut

Tollwut ist eine sehr gefährliche Krankheit und verläuft bis auf eine Handvoll Fälle weltweit eigentlich immer tödlich. Das Virus wird dabei durch den Speichel eines infizierten Tieres übertragen. Klassischerweise durch einen Biss. Doch auch über Kratzer und kleinere Wunden oder über die Schleimhäute kann eine Infektion erfolgen. Tollwut ist nicht artspezifisch und kann ohne Probleme von Tieren auf den Menschen übergehen und umgekehrt. Diese Krankheit zählt somit zu den Zoonosen.

Tollwut beim Deutschen Boxer ist selten
Tollwut beim Deutschen Boxer ist selten

Ist Ihr Boxer nicht gegen Tollwut geimpft und hatte Kontakt zu einem infizierten Tier oder wurde gar von diesem gebissen oder angegriffen, so muss der Tierarzt ihn sofort einschläfern und darf nicht versuchen, Ihren Hund zu retten. Ohne Impfung wäre dies ohnehin nicht möglich. Falls der Deutsche Boxer in seinem Leben bereits geimpft wurde, sollten Sie dennoch nach dem Kontakt zu einem tollwütigen Tier (selbst, wenn es sich nur um einen Verdacht handelt) einem Tierarzt vorgestellt werden, damit dieser eine Therapie einleiten kann, die den Hund zusätzlich schützt.

Das klassische Bild von einem Hund mit Schaum vor dem Mund muss sich übrigens nicht immer zeigen. Darum könnte Ihr ungeimpfter Hund bereits Träger des Virus sein, ohne, dass Sie es merken. Eine Impfung ist darum die einzige Möglichkeit Ihren Boxer und Ihre Familie zuverlässig vor dem Virus zu schützen.

Symptome:

  • Schluck- und Atembeschwerden
  • Heiseres Bellen
  • Nervosität
  • Wasserscheu
  • Druckempfindliche Wunde/Bissstelle
  • Lähmungen
  • Extremes Speicheln/Schaum vor dem Mund
  • Aggressivität
  • Bissigkeit

Übrigens: Deutschland und auch der Großteil vom Rest Europas gelten als nahezu tollwutfrei. Die Krankheit konnte durch konsequente Impfprogramme (z.B. Impfköder für Füchse) nahezu komplett ausgerottet werden. Bei einigen Wildtieren (vor allem Fledermäusen) kommt sie jedoch gelegentlich noch vor. Dies sollte allerdings kein Grund sein, sich in Sicherheit zu wiegen und sich gegen eine Impfung zu entscheiden. Manchmal wird das Virus übrigens auch durch illegal ins Land geschmuggelte Hunde eingeschleppt.


Core Impfung: Staupe

Das Staupe-Virus ist hochgradig ansteckend und kann sich besonders unter unhygienischen Umständen schnell ausbreiten. Darum sind die sogenannten Wühltischwelpen von unseriösen Vermehrern oft mit der gefährlichen Krankheit infiziert. Viele Tiere auf engem Raum, keine medizinische Prophylaxe oder Behandlungen sowie unhygienische Haltungsbedingungen sorgen nämlich für eine rasche Ausbreitung der Staupe. Welpen können sich dabei schon im Mutterleib anstecken. Oftmals werden die Welpen vom Vermehrer bereits infiziert weiterverkauft und der Besitzer merkt oft erst später, dass sein Hund schwer krank ist. Doch auch die Impfmüdigkeit vieler Halter hierzulande sorgt dafür, dass die Staupe wieder vermehrt auftritt und die Anzahl der Fälle steigt.

Staupe Virus vom Hund unter dem Mikroskop
Staupe Virus vom Hund unter dem Mikroskop

Bei der Staupe ist eine direkte oder indirekte Ansteckung über Tröpfcheninfektion möglich. Der häufigste Weg führt jedoch über den direkten Kontakt zu erkrankten Artgenossen oder Wildtieren und ist somit die häufigste Ansteckungsquelle. Weit mehr als die Hälfte aller infizierten Hunden überlebt die Ansteckung mit dem Staupe-Virus nicht. Viele Weitere behalten Langzeitschäden zurück. Dazu zählen Blindheit, Koordinationsschwierigkeiten, Epilepsie oder das Staupegebiss.

Staupe kann unterschiedliche Gewebe bzw. Organe des Hundes befallen. Darum zeigen sich nicht immer dieselben Symptome, wenn es zu einer Erkrankung kommt. Besonders schwerwiegend ist eine Infektion des Zentralen Nervensystems. Diese Form der Staupe verläuft fast immer tödlich.

Symptome

  • Gleichgewichtsstörungen
  • Plötzliche Verhaltensänderungen
  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Verdauungsprobleme
  • Schiefhaltung des Kopfes
  • Fieber
  • Probleme mit der Atmung
  • Stark verhornte Ballen

Core Impfung: Hepatitis Contagiosa Canis (HCC)

Bei HCC handelt es sich um eine ansteckende Leberentzündung, die durch direkten Kontakt zu erkrankten Artgenossen übertragen wird oder durch deren Ausscheidungen und Körperflüssigkeiten. Der Tierarzt kann bei einem Befall mit den Adenoviren nur symptomatisch behandeln. Je nach Schwere der Erkrankung werden drei Verläufe von Hepatitis Contagiosa Canis unterschieden. Die aggressivste Form führt dabei innerhalb weniger Stunden zum Tod des Vierbeiners (perakuter Verlauf), während mildere Formen eher den Symptomen einer Staupe ähneln. Hat Ihr Boxer eine Erkrankung mit HCC durchgemacht, so scheidet er trotz Genesung allerdings weiterhin Erreger aus und dies oft über Monate hinweg. Welpen erkranken oft schwerer als erwachsene Hunde.

Hepatitis Virus Deutscher Boxer
Bei HCC handelt es sich um eine ansteckende Leberentzündung, die durch direkten Kontakt zu erkrankten Artgenossen übertragen wird oder durch deren Ausscheidungen und Körperflüssigkeiten.

1. Perakuter Verlauf

Es zeigen sich im Vorfeld meist keinerlei warnende Symptome. Der Hund verstirbt innerhalb kürzester Zeit.

2. Akuter Verlauf

  • Fieber mit typischer Verlaufskurve
  • Geschwollene Mandeln und Lymphknoten
  • Ausfluss aus Nase und Augen
  • Durchfall/Erbrechen
  • Gelbsucht
  • Häufiges Trinken
  • Störungen der Blutgerinnung
  • Einblutungen im Auge oder den Schleimhäuten

3. Chronischer Verlauf

Auch bei diesem Verlauf kommt es nicht unbedingt zu typischen Symptomen. Manchmal sind Krankheitserscheinungen sehr unspezifisch und lassen nicht unbedingt auf HCC schließen. Allerdings werden Leber oder Nieren oft nachhaltig geschädigt. Auch das Blue-Eye-Syndrom, eine Eintrübung eines oder beider Augen, kann vorkommen.


Core Impfung: Parvovirose

Das Parvovirus hat eine sehr kurze Inkubationszeit von maximal drei Tagen. Rund eine Woche später zeigt der Hund die ersten Symptome. Welpen sterben jedoch manchmal, ohne vorher Anzeichen einer Erkrankung gezeigt zu haben. Der Grund für den sehr plötzlichen Tod ist in dem Fall eine Herzmuskelentzündung. Doch auch erwachsene Hunde versterben bei schweren Verläufen innerhalb nur eines Tages.

Eine Ansteckung ist sehr einfach, weshalb erkrankte Tiere unbedingt isoliert therapiert werden sollten. Besonders knifflig: Mit handelsüblichen Desinfektions- und Putzmitteln kann der Erreger oft nicht ausreichend beseitigt werden. Zudem gibt es Anzeichen, dass das Parvovirus nicht artspezifisch ist, sondern auch von unterschiedlichen Tieren übertragen werden kann. Halten Sie neben dem Boxer also beispielsweise noch eine Katze, wäre eine Impfung für beide sinnvoll.

Anstecken kann sich Ihr Boxer mit Parvovirose zum Beispiel folgendermaßen:

  • Schnüffeln am Kot anderer Tiere (nicht nur dem von Hunden!)
  • Schmierinfektionen
  • Kontaminierte Oberflächen, wie Fress- und Trinknäpfe die gemeinsam genutzt werden
  • Einschleppen des Erregers durch Kleidung/Schuhe des Besitzers (insbesondere bei Personen, die berufliche viel mit Tieren zu tun haben, wie Tierärzte oder Tiertrainer)
  • Kontakt zu erkrankten Tieren
  • Erreger befinden sich auch in Speichen oder Erbrochenem

Eindeutig feststellen lässt sich Parvovirose beim Hund durch eine Kotprobe beim Tierarzt. Es gibt jedoch einige weitere typische Symptome. Dazu zählt vor allem ein sehr wässriger und blutiger Durchfall. In Kombination mit keinerlei Appetit oder Durst sowie Erbrechen leiden die Tiere als Folge an schlimmer Dehydration und Abgeschlagenheit. Bauchschmerzen, Fieber und Kreislaufprobleme setzten dem Hund zusätzlich zu.


Core Impfung: Leptospirose (Stuttgarter Hundeseuche)

Die Ständige Impfkommision Vet. zählt die Leptospirose nach wie vor zu den Core-Impfungen, obwohl die WSAVA (World Small Animal Veterinary Association) sie nur bei besonderer Gefährdung für empfehlenswert hält. Dies liegt daran, dass die Leptospirose zu den Zoonosen gehört und von Hund auf den Menschen und umgekehrt übertragen werden kann. In Deutschland ist die Krankheit darum auch beim Veterinäramt meldepflichtig, selbst wenn Fälle beim Menschen nur sehr selten vorkommen. Bei Hunden hingegen steigen die Fallzahlen leider kontinuierlich an.

Ortsschild - Stuttgart
Impfung gegen Leptospirose, der Stuttgarter Hundeseuche

Wie bei vielen anderen Krankheiten trifft es bei Leptospirose vor allem alte Hunde und Welpen besonders hart. Hier kommt es häufiger zu Todesfällen. Es gibt chronische Verläufe der Leptospirose, aber auch sehr rasche uns plötzlich auftretende.

Der Boxer kann sich über infizierten Urin von Hunden aber auch Wildtieren anstecken. Besonders Ratten gelten als Verbreiter dieser Krankheit. Die Bakterien gelangen dabei mit dem Urin in Wasser und Erde und können von Ihrem Vierbeiner über Haut oder Schleimhäute aufgenommen werden. Beispielsweise, wenn er aus verseuchten Pfützen trinkt. Auch das gemeinsame Benutzen von Schlaf- oder Futterplätzen begünstigt eine Ausbreitung.

Hat sich der Boxer mit Leptospirose infiziert, so vermehren sich die Bakterien zunächst im Blut und können später unterschiedliche Organe schädigen. Als Behandlung werden Antibiotika eingesetzt und es kommt eventuell zur Blutwäsche (Dialyse). Obwohl ihr Boxer gegen Leptospirose geimpft ist, kann er trotzdem an der Infektion erkranken. Denn die eingesetzten Impfstoffe schützen leider nicht vor allen Leptospirosearten.

Symptome:

  • Fieber
  • Zittern
  • Antriebslos
  • Appetitlos
  • Husten/Atembeschwerden
  • Magen-Darm-Probleme
  • Nierenentzündungen
  • Blut im Kot

Wann bekommt der Boxer die Grundimmunisierung?

Ihr Boxerwelpe erhält bereits beim Züchter seine ersten Impfungen, die für seine Grundimmunisierung notwendig sind. Falls Sie einen Boxer in Not bei sich aufnehmen und nichts oder nur wenig über seine Vorgeschichte wissen, kann Ihr Vierbeiner allerdings auch noch als erwachsener Hund gegen die wichtigsten Krankheiten immunisiert werden.

Im Normalfall beginnt die Grundimmunisierung des Boxers jedoch mit 8 Wochen. Dabei wird der Tierarzt dem Welpe Kombinationsimpfstoffe verabreichen, die ihn gleich gegen eine ganze Reihe von Infektionen schützt. So muss der Hund nicht unnötig oft in die Praxis und die Anzahl der Injektionen bleibt überschaubar.

Impfung Bildung von Antikörpern
Impfung: Bildung von Antikörpern

Je nach Präparat wird der Boxer noch einmal mit 12 Wochen geimpft. Bei einigen Impfstoffen folgt sogar noch eine weitere Impfung mit 16 Wochen. Die wiederholten Impfungen sind nötig, um die sogenannte immunologische Lücke zu schließen. Denn der Boxerwelpe kommt mit einem natürlichen Nestschutz auf die Welt, da er bereits von seiner Mutter Antikörper erhält. Solange diese im Blut des Welpen zirkulieren, kann eine Impfung nicht richtig greifen. Allerdings kann der Nestschutz zu sehr unterschiedlichen Zeiten enden. Während einige Welpen bereits ab Woche 8 ungeschützt sind, genießen andere bis zu vier Monaten den von der Mutter mitgegebenen Schutz. Damit der Boxer allerdings nur einen möglichst kurzen Zeitraum den gefährlichen Erregern hilflos ausgeliefert ist, gibt es während der Grundimmunisierung mehrere Piekser vom Tierarzt.

Vor dem zweiten Geburtstag gibt es dann noch eine abschließende Injektion und die Grundimmunisierung gilt als abgeschlossen. Das Immunsystem des Boxers wurde nun mithilfe der Impfungen mit diversen abgeschwächten oder toten Erregern bekannt gemacht und kann bei Kontakt mit dem echten gefährlichen Wildtyp effektiv und schnell reagieren, sodass die Krankheit nicht ausbricht oder weitaus milder verläuft.

Sie als Käufer erhalten bei der Übergabe des Hundes neben seinen Papieren immer auch den Impfausweis. Aus diesem wird ersichtlich, welche Impfungen noch fehlen und wann diese fällig sind.


Wann benötigt der Boxer seine Auffrischimpfungen?

Hin und wieder sollten die alternden Gedächtniszellen des Immunsystems an die möglichen Krankheitserreger erinnert werden. So bleibt die Abwehr des Boxers stets auf dem neuesten Stand. Damit dies gewährleistet wird, erhält der Vierbeiner Auffrischimpfungen.

Impfpass Deutscher Boxer
Der Impfpass wird Ihnen vom Züchter beim Kauf Ihres Boxer Welpen übergeben. Alle Impfungen werden hier eingetragen.

Mittlerweile wird zum Glück nicht mehr stur jedes Jahr geimpft. Für welchen Impfstoff welche Intervalle gelten, entnehmen Sie den Beipackzetteln des jeweiligen Präparats (vom Tierarzt mitgeben oder zeigen lassen) oder Sie schauen in den Impfkalender der Ständigen Impfkommision Vet. Der Aufkleber im Impfbuch Ihres Boxers verrät Ihnen dabei genau, welches Medikament ihm injiziert wurde.

Wer sich mehr mit der Impfproblematik und ihrem Für und Wider auseinandersetzen möchte, dem sei das Buch “Hunde würden länger leben, wenn …: Schwarzbuch Tierarzt” ans Herz gelegt.

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Wer sich mehr mit der Impfproblematik und ihrem Für und Wider auseinandersetzen möchte, dem sei das Buch “Hunde würden länger leben, wenn …: Schwarzbuch Tierarzt” ans Herz gelegt.

Autorin Jutta Ziegler ist selbst Tierärztin und setzt sich mit dem Impfen und zahlreichen weiteren Tierarztpraktiken kritisch auseinander.


Welche Risiken gibt es, wenn mein Boxer Impfungen bekommt?

Ein Impfstoff ist nichts anderes als ein Medikament und kann demnach natürlich gewisse Nebenwirkungen verursachen. Warum diese ausgerechnet bei Impfungen so heiß diskutiert werden und von Impfgegnern als höchst gefährlich eingestuft werden, bleibt ein Rätsel. Macht sich doch kaum einer die Mühe bei Flohmitteln, Wurmkuren, Schmerzmitteln, Salben, Herz- oder Nierenmedikamenten auf mögliche Nebenwirkungen zu schauen und wegen seltener Komplikationen seinem Hund die Behandlung zu verweigern.

Leichte Nebenwirkungen, die nach einer Impfung auftreten können, wären beispielsweise:

  • eine Schwellung an der Einstichstelle
  • Rötungen
  • leichtes Fieber
  • kurzzeitige Müdigkeit/Antriebslosigkeit
  • Schmerzen an der Einstichstelle

Dies sind nur kurzzeitige Beeinträchtigungen und sie gehen allesamt schnell vorüber. Natürlich gibt es auch ein Risiko für schwerwiegende Komplikationen nach einer Injektion, allerdings geschieht dies äußerst selten und ist demnach sehr unwahrscheinlich. Der Nutzen einer Impfung ist jedenfalls weitaus größer.

Zu den stärkeren, wenn auch sehr seltenen, Nebenwirkungen zählen:

1. Der Impfschaden,
bei dem Organe in Mitleidenschaft gezogen werden, es zu einer allergischen Reaktion kommt oder sich der Allgemeinzustand des Boxers anschließend sehr verschlechtert.

2. Der Impfdurchbruch,
bei der Ihr Vierbeiner genau an der Infektion erkrankt, gegen die ihn die Impfung schützen sollte. Dies kann vorkommen, wenn der Boxerwelpe noch mütterliche Antikörper im Blut hatte und die Impfung nicht richtig greifen konnte, der Hund vor der Injektion bereits Kontakt zum echten Erreger hatte oder sein Immunsystem zum Zeitpunkt der Impfung sehr geschwächt war.

3. Die Impferkrankung
Zu ihr kommt es, wenn während der Produktion des Impfserums ein Fehler unterläuft und die Erreger im Impfstoff nicht oder nur unzureichend abgetötet wurden. Wird der Boxer nun damit geimpft, erhält er die völlig intakten Erreger und erkrankt leider an der Krankheit, gegen die ihn die Impfung eigentlich schützen sollte. Aufgrund strenger Qualitätskontrollen ist dieses Risiko jedoch praktisch gleich null.


Braucht mein Deutscher Boxer den EU-Heimtierausweis?

Den blauen EU-Heimtierausweis braucht nur, wer vorhat, seinen Boxer über die deutsche Grenze hinweg mitzunehmen. Beispielsweise, wenn es mit dem Boxer in den Urlaub geht. Wer lieber Ferien in der Heimat macht, kann weiterhin getrost das gelbe Impfbuch verwenden. Allerdings werden mittlerweile fast obligatorisch nur noch die blauen Heimtierausweise ausgestellt.

EU Heimtierausweis
Den blauen EU-Heimtierausweis braucht nur, wer vorhat, seinen Boxer über die deutsche Grenze hinweg mitzunehmen

Zwar werden im EU-Heimtierausweis Impfungen und verabreichte Behandlungen gegen Parasiten festgehalten, allerdings dient das blaue Heft eher zur genauen Identifizierung des Hundes. Neben seiner Mikrochipnummer, Rasse, Aussehen Geburtsdatum usw. werden auch die Daten seines Besitzers festgehalten. Dieser muss den Ausweis übrigens unterschreiben und anschließend wird die Seite mit den Angaben zu Tier und Halter abgeklebt, sodass nachträgliche Änderungen nicht mehr möglich sind. Der EU-Heimtierausweis dient demnach also zur Kontrolle bei Reisen ins Ausland und soll zudem den illegalen Handel mit Hunden und vor allem Welpen stoppen bzw. erschweren.

Eine Impfung ist allerdings schon sehr wichtig, wenn es mit Ihrem Boxer in die Ferien geht: Die Tollwutimpfung. Sie ist bei Reisen ins Ausland immer Pflicht und darf keinesfalls länger als 1 Jahr zurückliegen. Vor weniger als 30 Tagen darf sie aber ebenfalls nicht verabreicht worden sein, da der Impfstoff eine Zeit lang braucht, um zu wirken. Durch diese Regelung soll das Einschleppen der gefährlichen Krankheit vermieden werden und dies offenbar mit Erfolg. In weiten Teilen Europas ist die Tollwut nahezu ausgerottet.

Geraten Sie nicht in Versuchung, ohne den blauen Ausweis ins Ausland zu fahren oder ohne eine aktuelle Tollwutimpfung. Dies kann Ihnen nicht nur eine empfindliche Geldstrafe einhandeln, sondern es könnte Sie sogar Ihren Hund kosten! Wer noch Glück im Unglück hat, dessen Boxer landet “nur” für mehrere Monate in Quarantäne. Im schlimmsten Fall kann jedoch die Tötung Ihres Vierbeiners angeordnet werden.


Gegen was kann ich meinen Deutschen Boxer noch impfen lassen?

Non Core Impfung: Herpesvirus

Das Herpesvirus ist für den ausgewachsenen Boxer nicht schädlich. Stecken sich Welpen jedoch im Mutterleib, während oder nach der Geburt mit dem Virus an, verläuft die Krankheit bei ihnen fast immer tödlich oder hinterlässt schwerwiegende bleibende Schäden, wie Taubheit oder auch Blindheit.

Darum sollten Zuchthündinnen grundsätzlich gegen das Herpesvirus geimpft sein, wenn sie die Krankheit noch nicht durchgemacht haben. Dazu wird die Hündin vor der Belegung auf das Virus getestet. Gab es bereits Kontakt zum Virus, ist eine Impfung allerdings nicht erforderlich, da die Zuchthündin bereits Antikörper gebildet hat und ausreichend geschützt ist.

Ansonsten sollte, um ein Welpensterben nach der Geburt zu verhindern, die Hündin vor dem Deckakt einem Tierarzt zur Impfung vorgestellt werden


Non Core Impfung: Borreliose

Borreliose wird durch Zecken übertragen, die es sich auf dem Hund bequem machen und über eine längere Zeitspanne (rund 24 Std.) Zeit haben ihre Blutmahlzeit einzunehmen. Eine gute Prävention gegen Borreliose beim Boxer ist darum das tägliche Absuchen nach den kleinen Spinnentierchen, am besten nach jedem Spaziergang. Denn eine Zecke krabbelt zunächst noch eine Weile auf dem Hund rum, um eine ideale Stelle ausfindig zu machen. Wer Glück hat, kann die Zecke also erwischen, noch ehe sie zugebissen hat.

Zecke Impfung Deutscher Boxer
Es existiert eine Impfung gegen Borreliose, allerdings ist diese nicht ganz umstritten, da sie nur vor einigen der möglichen Erregerstämme schützt.

Es existiert eine Impfung gegen Borreliose, allerdings ist diese nicht ganz umstritten, da sie nur vor einigen der möglichen Erregerstämme schützt. Wer in besonders gefährdeten Gebieten lebt oder häufig mit seinem Boxer im Wald unterwegs ist, sollte dennoch über eine Schutzimpfung nachdenken. Im schlimmsten Falle kann Borreliose nämlich zum Tod des Vierbeiners führen.

Zu typischen Symptomen der Borreliose zählen: Fieberschübe, Wanderröte, Lahmheiten, Muskelschmerzen und daraus resultierende Bewegungsunlust.


Non Core Impfung: Zwingerhusten

Eine Ansteckung mit Zwingerhusten geschieht durch Tröpfcheninfektion und ist somit denkbar einfach. Die Krankheit verbreitet sich darum vor allem in großen Zuchtbetrieben oft rasend schnell und gefährdet insbesondere Welpen, alte und immungeschwächte Hunde.

Aber auch in Tierarztpraxen oder der Hundeschule kann eine Infektion erfolgen. Eben überall dort, wo viele Hunde auf engerem Raum beisammen sind. Eine Impfung ist allerdings nur nötig, wenn Ihr Boxer ein erhöhtes Risiko aufweist, an Zwingerhusten zu erkranken.

Dies könnte der Fall sein, wenn er tagsüber zur Betreuung in einer Hundekrippe ist, auf Shows ausgestellt wird, an Wettkämpfen teilnimmt oder während Ihres Urlaubs in einer Hundepension untergebracht wird. Auch die Impfung gegen Zwingerhusten schützt jedoch nicht vor allen Erregerarten, die den bellenden und trockenen Husten auslösen.


Wichtig:
Wenn Sie mit Ihrem Boxer in den Urlaub fahren, besprechen Sie mögliche gesundheitliche Risiken und typische Hundekrankheiten am Ferienziel (z.B. Mittelmeerkrankheiten, spezielle Parasiten usw.) frühzeitig mit Ihrem Tierarzt. Er kann Sie eingehend beraten und Präventionsmaßnahmen sowie mögliche Zusatzimpfungen empfehlen, die Ihren Boxer schützen sollen.